Technologie

CDR und EDR sind Akronyme für Crash-Data-Recorder bzw. Event-Data-Recorder und meint eigentlich das Gleiche. Da ein „dummes“ Steuergerät nicht sicher erkennen kann, ob es wirklich einen Unfall – einen Crash – gegeben hat oder nur ein Ereignis in Form auffälliger Sensorsignale vorliegt, ist EDR streng genommen richtiger. International hat sich auch der Begriff des Event-Data-Recorders durchgesetzt.

CDR® ist aber auch eine US-Marke der heute zum Bosch-Konzern gehörenden VETRONIX Corp. für ein Hard- und Softwaresystem zum Auslesen von Unfalldaten aus verschiedenen Steuergeräten eines Fahrzeugs. Dabei steht CDR dann für Crash Data Retrieval, also das Abfragen oder Auffinden von Unfalldaten in Fahrzeugsteuergeräten.

Für das Auslesen von Event-Data-Recordern kommt aber nicht nur das BOSCH-CDR zum Einsatz. Dies unterstützt zwar die größte Bandbreite verschiedener Hersteller, für manche Hersteller – wie Hyundai und KIA – sind aber proprietäre Systeme erforderlich.

Praktisch jeder hat schon davon gehört, dass Steuergeräte erkannte Fehler speichern, die von Werkstätten ausgelesen und auch gelöscht werden können. Wurde der Fehlerspeicher in der Werkstatt gelöscht, sind die Daten verloren. Selbst wenn die Daten erhalten sind und sie teilweise sogenannte Umgebungsdaten („Freeze-Frames“ ) beinhalten, sind diese Daten für die Unfallaufklärung ungeeignet. Die Geschwindigkeit des Fahrzeugs in dem Moment, in dem der Unfall einen Sensor zerstört und damit einen Fehlereintrag auslöst, kann von der ursprünglichen Kollisionsgeschwindigkeit deutlich abweichen. Auch reicht im Allgemeinen der Zeitstempel eines Fehlereintrags nicht aus, um die Reihenfolge verschiedener Ereignisse zu beurteilen. Ob ein Fahrzeug bei einem Kettenunfall zunächst auf das vorausfahrende Fahrzeug aufgefahren ist und dann selbst einen Heckaufprall erlitt oder ob es durch den Heckaufprall erst auf das vordere Fahrzeug aufgeschoben wurde, lässt sich mit solchen Daten regelmäßig nicht beurteilen.

Die Datensätze eines Steuergerätes mit EDR-Funktionalität können hingegen nicht einfach gelöscht und sicher nicht manipuliert werden. Hat ein Fahrzeug EDR-Funktionalität, werden solche Daten je nach Hersteller und Fahrzeugtyp in einem oder mehreren Steuergeräten gespeichert. Dies ist am häufigsten das Airbag-Steuergerät (ACM – Airbag Control Module ). Aber auch Motor-Steuergeräte (PCM – Powertrain Control Module oder ECU – Engine Control Unit ), Überschlags-Sensoren (ROS – Roll-Over Sensor ) und Fußgängerschutzsysteme (PPS – Pedestrian Protection System ) können unfallrelevante Daten enthalten. Außerdem beinhaltet die EDR-Funktionalität auch immer, dass Daten vor dem Ereignis (typischerweise für etwa 5 Sekunden) und über das Ereignis hinaus gespeichert werden.

Ereignisse („Events“ ) werden dabei schon beim Erreichen einer Aufwachschwelle von Sensordaten gespeichert und nicht erst dann, wenn es auch zum Auslösen von Rückhaltesystemen („Deployment“ ) kommt. Daher können die EDR-Daten auch bei kleineren Kollisionen wertvolle Hilfe bei der Aufklärung eines Ereignisse liefern.

Für den spezialisierten Unfallanalytiker werden so auch vorkollisionäre Phasen, in denen die Fahrzeuge noch vorwiegend vom Fahrer und nicht nur von den Gesetzen der Physik beeinflusst werden, aufklärbar.